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25 Jahre MakroTherm

25 Jahre MakroTherm

Fragen & Antworten

Wie fing alles an?

Jedenfalls nicht mit einem Urknall! Vielmehr saß ich 1980 über einem Plan für mein neues Haus mit einer Heizanlage aus zwei vom Keller bis zum Obergeschoss gemauerten Lufträumen, um die herum das Haus gebaut werden sollte. Vorgesehen war im Keller ein ausschließlich mit Holz heizbarer Kachelofen-Einsatz. Allerdings fand sich kein Ofensetzer, der diesen ambitionierten Auftrag ausführen wollte.
Aber dann hatte mein Architekt einen Kontakt nach Innsbruck. Ich fuhr sofort hin. Eine Firma Thurner. Man hatte sogar Erfahrung in solchen Anlagen, man nannte sie Hypokausten. Mein Auftrag wurde angenommen. Sicherheitshalber kam noch ein Offener Kamin ins Wohnzimmer und ein Holzherd in die Küche, damals ein Unikum im Hausbau. Alles läuft noch original nach nun bald drei Jahrzehnten.
Der 11-kW-Einsatz von LEDA dürfte Weltmeister im Verbrennen biogener Briketts sein. Das Josef-Thurner-Gedächtnis-Seminar in Wels ehrt diesen vorbildlichen Ofensetzer noch heute jedes Jahr völlig zu Recht.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit so einer Heizung?

Diese Strahlungs-Heizung war sehr angenehm, gesund und umweltverträglich. Sie hatte nur zwei Probleme: sie verlangte für jede Heizperiode nach einem größeren Waldbesitz, der leider nicht vorhanden war. Und sie war arbeitsintensiv und zeitraubend.

Sie wollten am Brennstoff drehen?

Wenn es nun was gäbe, so meine Idee, das brennt wie nachwachsendes Holz mit all seinen Vorteilen, jedoch ohne seine Nachteile wie schweißtreibende Besorgung, großer Lagerbedarf, hoher Bedienungsaufwand und schneller Abbrand, so wäre die ganze Sache wirklich rund und sehr viel bequemer.

Wie kam nun MakroTherm auf den Markt?

Zunächst erstellte ich eine Liste gewünschter Eigenschaften des neuen Brennstoffes. Größter Wert wurde auf absolute Umweltverträglichkeit gelegt. Damals wurde ja alles verheizt, was nur irgendwie brannte, auch Hausmüll, es gab kaum gesetzliche Ordnung. Dann bekam das Kind einen Namen und internationale Markenrechte: MakroTherm, entlehnt der griechischen Sprache für "Mächtige Wärme".

In alter Literatur fand ich Hinweise auf brikettiertes Holz, das aber hier nicht zu finden war. Mühsam tastete ich mich vor und traf tatsächlich auf einen Mutigen, dessen Unternehmen mit der Abfuhr für nicht verwendetes Restholz einer größeren Holzindustrie beauftragt war und der eine Möglichkeit suchte, diese Massen an natürlichem Material sinnvoll zu nutzen. Er arbeitete in die gleiche Richtung und er hatte Kraft und Geld. Eine Fabrik für biogene Briketts ging in Planung. Am 1. Juli 1983 meldete ich meine neue Firma an. Aus dem Ich wurde nun das Wir. Da das zu errichtende Werk recht groß geriet, kämpfte eine Bürgerinitiative dagegen, der Standort musste verlegt werden. Teile der Technik steckten zudem noch in Kinderschuhen. Voller Verzweiflung schickte die Maschinenbruch-Versicherung ihre besten Ingenieure, um der Malaise Herr zu werden. Umsonst. Die unseren Rohstoff liefernde Holzindustrie mit 210 Mitarbeitern - als Sägewerk seit 200 Jahren am Platz - bekam ihrerseits Probleme mit Anwohnern und der Gemeinde und sperrte alsbald zu. Wir mussten neue Quellen für das Rohmaterial erschließen. An mangelnden Turbulenzen litten wir also nicht in unseren ersten Jahren, als Training ganz gut für das, was noch alles auf uns zukommen sollte.

Nur Anfangsschwierigkeiten?

Das wäre schön gewesen. In diese Zeit fiel ein riesiger Strukturwandel der gesamten Holzindustrie. Nach kurzer Zeit war diese in Deutschland völlig neu aufgestellt, falls sie nicht ohnehin dicht machte oder ins Ausland abwanderte. Wir hatten uns zu beugen. Nach der Stilllegung des Werkes wanderten wir mit, zunächst nach Ungarn, wo wir über viele Jahre gute und sozialistische Bedingungen genossen. Dort wurden unsere Rindenbriketts hergestellt. Gleichzeitig fanden wir in Österreich eine Partnerschaft für Holzbriketts. Ende 1986 war unsere Produktion komplett ausser Landes, übrigens bis heute.

Vorgezogene Globalisierung?

Gezwungenermaßen. Nicht nur die bereits genannten Initiativen waren "erfolgreich". Die erste gegen das Werk in Forstinning. Darauf wurde das Werk nach Tattenhausen verlegt. Die zweite gegen die vorgelagerte Holzindustrie in Markt Schwaben. Die wurde aufgegeben. Später hatten wir noch das Vergnügen mit einer dritten Kampfgruppe gegen uns selbst in Neuching wegen unserem geplanten Neubau eines Lagers mit Büro. Totaler Bürger-Krieg. Vertreibung. Alles im Umkreis von 10 km.

Produkte MakrothermOffenbar ein schwieriges Unterfangen. Lief wenigstens der Verkauf?

In der einen Hand ein Brikett, zunächst für niemanden zu erkennen, für was das gut sein soll und mit der anderen um Kundschaft ringen: ein hartes Los!

Aber Sie machten weiter?

Ja, denn die ersten Kunden waren so begeistert, dass aufhören eine Sünde gewesen wäre. Dies motivierte auch zu Weiterentwicklung. Waren die ersten Briketts noch aus reiner Rinde mit beigemischtem Holz, so spezifizierten wir nun in Briketts aus reinem Holz zum An- und Aufheizen und in Briketts aus reiner Rinde zum Anhalten eines Feuers. Zum selben Zweck brauchte man bis dahin Holz & Kohle von zwei Händlern, zwei verschiedene Brennstoffe, davon einer umweltmäßig höchst fragwürdig.

Auf welcher Schiene fuhr Ihr Vertrieb?

Zunächst dachten wir an die Ofensetzer. Damals begann der Siegeszug der EDV und deren Verkäufer boten Hard- und Software aus einer Hand. Das versuchten wir über Jahre auch dem deutschen Ofensetzer-Handwerk vorzuschlagen, leider ohne Erfolg. Diese Geschäftsidee erschien zu abwegig. Der einzige der gesamten Branche, der diesen Weg gut fand, war Ulrich Brunner aus Eggenfelden, damals auch noch frisch im Geschäft und voller unbändigem Tatendrang. Brunner bot sogar seinen Aussendienst zur Unterstützung auf und er entwickelte seine damals dem Holzheizen Bahn brechenden Heizeinsätze mit den neuen Produkten von MakroTherm. Wir hatten endlich einen Fuß im Gewerbe.

Dann kam aber noch was?

Ja, was ganz Besonderes! Das Total-Verbot für unsere Produkte per Gesetz. Praktisch über Nacht und ohne jede Vorwarnung und ohne jeden wahren Grund. Ab 1. Oktober 1988, fünf Jahre nach unserer Gründung, saßen wir von Staats wegen in der Todeszelle. Ein echtes Komplott nach Lehrbuch.

Wie ging das denn gesetzestechnisch?

Super elegant! Damals wollte man mit einer Verordnung namens 1. BImSchV einen eigentlich sinnvollen Anfang beim Umweltschutz im Hausbrand setzen. Man zählte die rechtlich zulässigen Brennstoffe namentlich auf, "vergaß" aber, Holz- und Rindenbriketts an der richtigen Stelle einzufügen. Damit waren sie im Rahmen einer ausschließenden Aufstellung in Kleinfeuerungen verboten. Umweltfeindliche semifossile Torfbriketts, gar nicht auf dem deutschen Markt und somit unschädlich für andere Energien, waren hingegen aufgeführt, genauso wie Strohbriketts, die wir ab 1987 versuchsweise im Sortiment hatten. Sogar Holzkohlebriketts, Sägemehl und Schleifstaub (Verpuffungsgefahr!) waren und sind bis heute explizit als Heizmaterial (!) erlaubt, wonach wir endgültig die Sachkunde des damaligen Gesetzgebers schaudernd für erledigt erklärten.
Unsere Holz- und Rindenbriketts wurden nur für Einsatz in Feuerungsanlagen ab 15 kW eingetragen. Damit konnte man fürs erste
behaupten, dass sie erlaubt wären. In dieser Klasse (etwa ab Mehrfamilienhaus) hatten wir und die gesamte, eben im Aufbau begriffene
Branche aber nicht einen einzigen Kunden, denn diese großen Heizanlagen liefen allesamt mit Öl oder Gas. Dieser krumme Winkelzug war im wahrsten Sinne "ungerecht", gemein und existenziell schlimm für uns.
Nebenbei: für amüsant halten wir unser Ratespiel, wie wohl die Reihenfolge der in § 3.1 der 1. BImSchV aufgelisteten Brennstoffe zustande gekommen sein mag, nachdem sie weder mit der Nutzungshäufigkeit, noch mit dem Alphabet zu tun hat. Waren es die Schwefelgehalte dieser Brennstoffe, die das Ranking ergaben; die Höhe der Einsätze der jeweiligen Lobbies, oder was sonst? In jedem Fall stehen Holzpresslinge an letzter Stelle, was z. B. beim Schwefelgehalt für die Atmosphäre besonders günstig ist.

Das kann doch gar nicht wahr sein?

Wir hatten überhaupt kein Verbrechen begangen! Niemand klagte uns irgendeines Vergehens an! Wir nennen das seither Regierungs-Kriminalität, denn der gleiche Gesetzgeber hat es sich selbst verboten, in eingerichtete Gewerbe grund- und entschädigungslos einzugreifen. Wie leicht zu erraten, war das Ganze ein mafiöses Vorgehen, dessen Ursprung wir in hinteren Zimmern der deutschen Kohleindustrie vermuteten. Höhnischer Beifall anderer (leitungsgebundener) Energie-Industrien schallte durchs Land. Alle wollten sie wohl nicht zulassen, dass unsere junge Branche ungestraft mit einem in jeder Hinsicht hoch vorteilhaften Produkt in ihre Kundenkreise eindrang.

Wie kamen Sie darauf?

Buschfunk, verdeckte Hinweise und unsere eigenen Spekulationen. Eigenartigerweise war diese Aktion nur im Kohle fördernden Deutschland zu sehen, in anderen Ländern, die sich ebenfalls um höhere Umweltschutz-Standards bemühten, hingegen nicht. Dort wurden biogene Briketts laut willkommen geheissen. Und durch einen deutlichen Vorgang: Braunkohle-Briketts wurden mit dieser Verordnung erstmals einer Nutzungs-Einschränkung unterzogen. Sie wurden tatsächlich für den Einsatz im Offenen Kamin wegen ihrer spezifischen Verbrennungs-Eigenschaften mittels dieser 1. BImSchV verboten. Aus ökologischer Sicht war das ok. Nur: seither heissen sie "Kamin-Briketts". Das war ebenfalls eine elegante Lösung, bis heute unter dem Auge des Gesetzgebers in jedem Baumarkt in 10-kg-Paketen zu finden. Auf meine Frage antwortete mir damals ein Umwelt-Ministerialer: "Wär ja noch schöner! Wenn wir die Kohle schon subventionieren, muss sie auch verkauft werden!".

Subventionen?

Wie bekannt, werden Energien staatlich subventioniert. Jeder Steinkohlen-Mann soll mit 70.000 Euro pro Jahr aus der Staatskasse versorgt werden. Das läuft unter Schutz für "heimische Energie". Noch toller ist die Subvention für jeden Solar-Mann: man liest von 140.000 Euro pro Jahr. Das läuft unter "Erneuerbar" und "Innovation". Nach Angaben des RWI bezieht die deutsche Solar-Industrie bis 2035 satte 120 Milliarden Euro Fördergelder. Wir dürfen hiermit offiziell unsere Zahl mitteilen: jeder MakroTherm-Mann wurde mit 0 Mark und wird mit 0 Euro subventioniert und zwar schon lange, seit 1983! Nie haben wir auch nur einen geringsten irgendwie gearteten staatlichen Vorteil bezogen, obwohl auch wir über alle oben genannten Attribute verfügen. Wir sparen dem Steuer- oder Gebührenzahler also ne Menge Geld.

Zurück, wie bekamen Sie den Kopf aus der Schlinge?

Bereits 1985 hatten wir unseren Branchen-Verband gegründet, den "Fachverband für nachwachsende Energien e.V." dessen Gründungsvorstand ich war. Unter dieser neutralen Flagge begann, kaum dass wir uns von dem Schock erholt hatten, sofort der Kampf gegen dieses absolut unberechtigte Verbot.

Welche Erfahrungen machten Sie damit?

Wir begannen aus dem Stand, sämtliche Umweltministerien der damals 11 Bundesländer und weitere Behörden, Stellen und Parteien aufzusuchen, um deren Positionen zu erfahren und ggfs. Verbündete zu finden. Ausser in Bayern und in einem Staatssekretär der FDP fanden wir aber keine. Wir stellten fest, dass die den Gesetzgeber tragenden Parteien allesamt mit ihrer jeweiligen Lieblings-Energie verwoben waren und deren Interessen schützten. Holz war zu der Zeit nicht darunter. Sämtliche Stadtstaaten dachten an ihre kommunalen Heizwerke, auch deswegen hatten sie wohl ihre berüchtigten Verbrennungsverbote erlassen. Die dünner besiedelten Flächenstaaten hatten eigene oder gar keine Positionen. Von Greenpeace, Bund Naturschutz etc. bekamen wir auf unsere Kontakte keine Rückmeldungen. Eines fiel uns allerdings auf: nirgends war unabhängiges Material zum Heizen mit Holz vorhanden. Wir trafen auf keinen einzigen Fachmann, der wusste, was beim Heizen mit Holz exakt passiert. Besonders das Umweltbundesamt, das den Gesetzgeber in Umweltfragen zu beraten hat, war praktisch ohne Untersuchungen zum Thema. Das war ein erster Hebel für uns.

Den Sie gleich ansetzten?

Wir spürten ein gewisses Interesse. Wir signalisierten, dass wir uns, um unsere unstrittig umweltschonenden Produkte wieder ins Gesetz zu bringen, kooperativ jedem auch noch so strengen chemischen oder physikalischen Grenzwert unterwerfen würden. Aus der Natur hatten wir ja nichts zu befürchten und kontaminierte Rohstoffe nahmen wir nicht. Wir machten uns sogleich an die Arbeit und reichten einen Antrag auf Errichtung einer DIN für biogene Briketts ein, eingeschlossen eine extrem scharfe Liste denkbarer chemischer Verunreinigungen, die damals für Furore sorgte. Diese klare Vorgehensweise verschaffte uns bei Fachstellen allmählich eine Basis, von der aus sich weitere Wege eröffneten.

Was unternahmen Sie noch?

Wir wollten bei MakroTherm unseren seit Beginn eingeschlagenen ökologischen Weg ausbauen. Noch heute wird in der grünen Wirtschaft vieles einfach behauptet. Wir wollten dagegen glaubwürdig sein und bei der Wahrheit bleiben. Nur: wo lag sie? 

Eine wichtige Möglichkeit, sie zu finden, sahen wir in der Verifizierung unserer Aussagen. Hierzu gingen wir an eine Anzahl Universitäten in Deutschland, um unsere Produkte fachgerecht und vor allem unabhängig und nachprüfbar messen zu lassen. Dabei beschritten wir überall neues Land. Bis heute hat kein anderer Anbieter irgendwelche Verdienste um die Ermittlung weiterer Erkenntnisse bei biogenen Briketts. Buchstäblich alle lassen sich von der MakroTherm-Lokomotive ziehen. Wir gingen z. B. 1989 an das hoch angesehene Öko-Institut in Freiburg, dessen Mitglied ich fast seit der ersten Stunde war, um eine Umweltverträglichkeits-Prüfung für unsere Holzbriketts zu bekommen. Wir meinen, das war die erste vergleichende Öko-Bilanz eines Energie-Anbieters überhaupt. Die ermittelten Daten sind in MakroTherm-Werbeschriften nachzulesen. Pionierarbeiten, die wir aus unserer Tasche zahlten und von deren Ergebnissen - berechtigt oder nicht - die gesamte Branche bis heute zehrt.

Sie mussten sich alles selber erarbeiten?

Ein großes Thema war die Labor-Frage. Niemand wusste damals umfassend zu sagen, was in Holz feinchemisch in Millionstel Teilen per Kilo drin war. MakroTherm ließ es herausfinden. Wir hatten seit Beginn ein kleines privates Labor in Oberfranken, das uns äusserst engagiert betreute. Im Rahmen der DIN-Arbeiten wurden aber dessen Ergebnisse aufgrund fehlender Reputation schief angeguckt. Uns blieb nichts anderes übrig, als uns an eine der anerkannten Adressen zu wenden. Diese wurde bald darauf vom TÜV aufgekauft und verschwand. So landeten wir direkt beim TÜV Rheinland zu Köln. Seit 1982 hatten wir Reihen von Laborbefunden, wir wussten also recht genau, um was es ging.

Eines Tages erhielten wir aus Köln einen Befund mit hohem Quecksilber-Wert. Weil in Konkurrenz-Produkten Abfälle diverser Provenienz enthalten waren, bei einem bayer. Konkurrenten sogar der offizielle Sperrmüll des Landkreises Aichach-Friedberg, der keine eigene Entsorgung hatte, nahmen wir Quecksilber in unsere Liste. Dieses hochgiftige Metall war Bestandteil verschiedener Holzschutzmittel und wurde auch zur Konservierung von Eisenbahn-Schwellen eingesetzt. Ein Eintragungspfad in Rohmaterial war also grundsätzlich gegeben. Unseres war aber frei von jeglichen holzfremden Beimischungen. Wo kam also das Quecksilber her? Uns war das schleierhaft, selbst wenn wir bei dieser Substanz wegen ihrer Giftigkeit im untersten Bereich der technischen Messbarkeit an der Nachweisgrenze lagen, wo sich die Messfehler im Rahmen ihrer Toleranzen tummeln. Ich hatte in Chemie meine Schulbildung gut abgeschlossen, mein Ehrgeiz war geweckt. Dem "Ergebnis" wurde nachgegangen. Aus unseren allerersten Messungen war uns die schweizer EMPA als eines der feinsten Labore der Welt bekannt. Ich persönlich fuhr klopfenden Herzens das eigene rückgestellte Prüfmaterial nach Dübendorf bei Zürich mit den Maßgaben, dass sich ausschließlich diplomierte Chemiker (und nicht etwa deren Hilfspersonal) dieses ominösen Kölner Quecksilber-Befundes annehmen durften, die Prüfmethode detailliert beschrieben wird, ihr Ergebnis anhand einer Rückdotierung zu überprüfen ist und uns ein allumfassender Prüfbericht, von zwei Doctores der chemischen Wissenschaft unterzeichnet, vorzulegen ist. Der Befund war schließlich: "weniger als in der Natur zu erwarten" also nur in allerfeinsten Spuren im Messbereich von unter 0,005 ppm. Was war ich froh! Der TÜV Rheinland, der bis heute in unserem Verdacht steht, den zu hohen Quecksilber-Gehalt in unsere Probe hineingemessen zu haben, übernahm nach etlichem Hin & Her kleinlaut den schweizer Befund und hat MakroTherm seither nie mehr gesehen. Wir glauben aber, er verschmerzt dies ganz locker. Sicher war das die teuerste Prüfung in der Weltgeschichte der Feinanalytik bei Holzbriketts. Die gesamte "Chefetage" von MakroTherm hätte mit dem gleichen Geld den Rest des Jahres mit Familie in Urlaub fahren können. Das Vertrauen unserer Kundschaft in unsere Ware "aus reinem Holz" war uns diesen Riesen-Aufwand jedoch wert.

Gab es Reibungen in Ihrem Fachverband?

Nun, wie man sieht habe ich einiges - vielleicht zu viel - auf die Spitze getrieben. Es gab deshalb Diskussionen. Mitglieder, deren Produkte Rohstoff-seitig zweifelhaft gewesen wären, hatten wir nicht und nahmen wir auch nicht auf. Hinzu kam natürlich, dass sich die kaum sichtbare Branche aufzulösen begann, denn wer will schon weiter Zeit & Geld in eine sehr unsichere Zukunft investieren, wenn man den ganzen Staat gegen sich hat. Kredit gebende Banken waren davon sicher nicht angetan.

Wie ging es bei DIN weiter?

Es kam tatsächlich zur Bildung einer Kommission mit der Aufgabe, eine DIN für biogene Briketts zu errichten. Unterstützend wirkte im Hintergrund das Umweltbundesamt, auf das man zu hören hatte und welches Interesse zeigte, endlich in eine Gütesicherung im Festbrennstoff-Bereich einzusteigen. Da war ja nichts. Das war auch ein Grund, warum Kohleleute in dieser für sie nicht zwingenden Kommission saßen. Vielleicht wollten sie uns das Leben sauer machen, andererseits waren wir in der Initiative mit unseren Grenzwerten. Nach vier Jahren war im Mai 1993 die DIN 51731 fertig.

Bedauerlicherweise gelang es der Obrigkeit, ihr Gesicht zu wahren: die DIN galt nur für Holzbriketts, nicht für Rindenbriketts. Grundlos, denn Rindenbriketts hatten lediglich in wenigen umweltneutralen Parametern naturgemäß höhere Werte, im übrigen auch beim Heizwert. Ohne Rinde gibt es nun mal kein Brennholz, da war sie schließlich auch erlaubt. Die Norm wies die ersten und die bis dato weltweit strengsten Werte für den gesamten Festbrennstoff-Bereich auf. Nach ihr darf man Holzbriketts unbeschadet essen, z. B. Schweinefleisch aber nicht im Hausbrand verheizen, wegen seines hierzulande gesetzlich erlaubten höheren Quecksilber-Gehaltes.

Unglaublich ...

Tja, wir waren stolz wie die Schneekönige, zumal alsbald Österreich diese Norm fast inhaltsgleich abschrieb, leider etwas verwässert. Auch die Schweiz bezog ihre Verordnungen auf die DIN 51731. Kürzlich kam Spanien und Italien dazu. Die Branche, die sich bis heute daran aus eigener Machtvollkommenheit kein Beispiel nahm, war und ist die Kohle in allen Facetten, aber wen überrascht das schon.

Ging die Norm dann in die Gesetzgebung ein?

Im Jahre 1994 beantragte ein Hersteller von Pelletöfen eine Erweiterung der DIN 51731 auf Pellets.
Zu der Zeit kamen Holzpellets als Brennstoff endlich auch in Deutschland in die Diskussion. In USA waren sie schon lange üblich. Leider konnten wir uns nicht mit einer getrennten Norm durchsetzen, vielmehr wurden Pellets als "Unterart" von Briketts angesehen, indem man Größenklassen einführte.
Ein Schmarrn, der dazu führte, dass wir vier Seiten Einspruch gegen die ursprünglich von uns selbst beantragte Norm schrieben, weil wir sie als nicht fachgerecht empfanden. Unter anderem auch wegen dem fehlenden Grenzwert für Abrieb/Staub bei Pellets, ein Thema, das bei Briketts keine Rolle spielt. Dem Einspruch wurde nicht stattgegeben, somit kam es aus unserer Sicht 1996 zu einer fehlerhaften Norm. Dies wurde behoben, indem Österreich ein weiteres Mal diese Norm abschrieb, diesmal aber zufällig mit den von uns schon bei DIN vorgeschlagenen Korrekturen. Die ÖNorm M7131 fand in kürzester Zeit durch die Hintertür als "DIN plus" Eingang ins deutsche Normwesen und so hatten wir endlich "unseren" Staubwert in einer DIN. Wenn Hühner in diesem Stil ihre Eier legen würden?

Wie hoch ist denn das Marktvolumen für biogene Briketts?

Der "Förderverband nachwachsender Energien e. V." (FNE) versuchte im Frühjahr 2008, den Status bei biogenen Briketts in Europa abzuschätzen.
Danach verwurschtelt ein "Kleingewerbe" im unteren Qualitäts-Bereich mit hunderten Maschinen ihre anfallenden Rohstoffe unterschiedlichster Güte zu teils sehr schnuckeliger Ware. Dieses Segment dürfte für etwa 500.000 Jahrestonnen stehen.
Als "Gewerbe" im mittleren Qualitäts-Bereich verarbeiten wohl um 250 Produktionsstellen ihre Rohmaterialien zu teils ordentlicher Ware. Dieses Segment nimmt der FNE mit etwa 250.000 Jahrestonnen an.
Nach diesem groben Maßstab arbeiten als "Industrie" etwa zwei Dutzend europäische Hersteller im oberen Qualitäts-Bereich. Dieser wird definiert als stranggepresste Ware ab 90 mm Durchmesser mit oder ohne Hohlkern und als extrudierte Erzeugnisse. Diesem Segment werden ebenfalls um 250.000 Jahrestonnen Produktions-Kapazität zugeordnet. Somit schätzt der FNE die europäische Produktion an biogenen Briketts auf rund 1 Million Tonnen im Jahr.
Von dieser Menge werden sich auf dem deutschen Markt etwa 250.000 to befinden. Davon gehen rund 150.000 to über Ladenkassen des Handels, hauptsächlich in den Baumärkten. Etwa 50.000 to spricht der FNE dem Eigenverbrauch der Hersteller und ihrer Mitarbeiter zu und die restlichen 50.000 to dürften nach dieser Untersuchung im grauen oder schwarzen lokalen Markt verschwinden.

Nahmen Sie Pellets in Ihr Sortiment?

MakroTherm war als sozusagen geborener Anbieter sicher das erste deutsche Unternehmen, das Pellets im Hause hatte. Die erste Ladung eines österreichischen Herstellers lag mehrere Jahre auf Lager, da sich am Markt überhaupt nichts tat. Der Hersteller ging denn auch in Insolvenz, weil es in Österreich damals genauso war. Als wir dann sahen, mit welch wilden Vorstellungen sich die konstituierende Branche ins Gefecht warf, zogen wir uns nach größeren Verlusten zurück und sind bis heute nicht mehr aufgetaucht. Pellets haben an der falschen Art ihrer Markteinführung entsetzlich gelitten und könnten heute sehr viel weiter sein. Viele schlechte Erfahrungen auf allen Seiten hätten vermieden werden können und viel Geld wäre noch da. MakroTherm wäre bereits in der Wiege verstorben, wenn wir unsere Anfang der 1980er Jahre neu eingeführten Produkte auf ähnliche Art etabliert hätten.

Zurück zur deutschen Gesetzgebung!

Nach der neuen Fassung der DIN 51731 mit dem wirklich umweltschonenden Holzpellet drin bewertete der deutsche Gesetzgeber biogene Presslinge neu. So dürfen wir sagen, dass wegen der Holzpellets auch Holzbriketts zurück ins deutsche Gesetzbuch als wieder erlaubter Brennstoff fanden. Das war 1996. Nach 8 Jahren Verbot. Zu unserem bis heute größten Ärger allerdings so verwaschen, dass nicht nur naturreine Holzbriketts erlaubt wurden, sondern mit ihnen als Trittbrettfahrer auch Ware, die der DIN 51731 nicht hinten und nicht vorne genügt und die uns bis heute das Leben schwer macht.

Sie scheinen vom Gesetzgeber nicht begeistert zu sein?

Wie denn auch? Nehmen Sie die aktuelle Gesetzgebung bei der Fortschreibung der 1. BImSchV, die nach 20 Jahren dringend erforderlich ist. Wir erkennen deutliche Defizite in der handwerklichen Arbeit, etwa im Umgang mit internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen im Umweltschutz oder bei der Einbindung unzähliger Lobbies. Wir haben gelernt und halten uns seither von dieser Angelegenheit fern. Wir beteiligen uns fachlich nicht mehr an deutscher Gesetzgebung.

Um unsere spezifische Erfahrung mit deutscher Gesetzgeberei ganz hart zu sagen: wer sich in Erneuerbarer Energie auf den deutschen Gesetzgeber verlässt, sollte sich einen Strick griffbereit halten. Wir wissen das seit zwei Jahrzehnten, die Investoren in Biodiesel und Biogas hätten wir gerne gewarnt, aber ob sie in ihrer Euphorie auf uns gehört hätten? Nun sind sie auch verraten.

Ein weiteres schönes Beispiel ist der "Grüne Punkt". Wir - die wir grundsätzlich Gesetzen den ihnen zukommenden Rang gewähren - brauchten etliche Jahre und einen dicken sechsstelligen DM-Betrag, bevor wir merkten, dass der Grüne Punkt ein Ding für Gutgläubige ist. Wer als Anbieter ohne diese Lebenseinstellung auskommt, kann ohne den Grünen Punkt wunderbar und kostenlos leben. Der Warenanbieter, der ihn zahlt, ist gezwungen, seine Abrechnung noch gegen satte Gebühr prüfen zu lassen, während Wettbewerber, die auf dem Trittbrett fahren, sich diese Prüfung naturgemäß sparen. Bis heute hat sich kein einziger Verbraucher bei uns für unsere Verantwortung bei der Entsorgung von Verpackung bedankt. Da kann man dann schon massiv ins Grübeln geraten.

Ab April 2008 ist die Trittbrettfahrerei endlich gesetzlich verboten. Jeder Inverkehrbringer von verpackter Ware hat nun seine Entsorgungsvariante beim Endverbraucher nachzuweisen und die erheblichen Gebühren zu bezahlen. Wenn wir bedenken, dass diese schlampige Gesetzeslücke seit 16 Jahren bestand und es 5 Novellen bedurfte, bis sie endlich auf dem Papier geschlossen wurde, können wir vorerst überhaupt nicht an einen Erfolg glauben.

Gibt es nicht doch ein gelungenes Energie-Gesetz?

Gesetze werden erlassen, weil auf die Einsicht der Bürger zu hoffen leider keine zielführende Option ist. Wenn ein Staat an umweltverträglichen Energien ehrliches Interesse hat, muss er dies mit einem gut gemachten und für die Bürger einsichtigen Gesetz realisieren. Mit dem rot-grünen "Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)", das regenerativen Energien Vorrang und staatliche Unterstützung bei der Stromerzeugung einräumt, ist in Deutschland ein weltweit wegweisendes Gesetz tatsächlich überraschend gut gelungen. Wir finden es auch in Ordnung, wenn der Bürger vom Staat gezwungen wird, das bisschen Aufpreis für zukunftsträchtig erzeugte Elektrizität zu zahlen.

Das EEG ist sehr erfolgreich. Seine Absicht, bis 2010 mindestens 12,5 % des Stroms mit erneuerbaren Energien herzustellen, wurde schon 2007 erreicht, vor der Zeit. Das weitere Ziel, 20 % bis zum Jahr 2020 zu erzielen, könnte schon 2010 gelingen. Überdies schuf das EEG viele zusätzliche Arbeitsplätze und trägt viel zum Export bei. Über diese beiden Felder refinanzieren sich vielleicht sogar irgendwann eines sehr fernen Tages die erheblichen Subventionen.

Woran denken Sie bei Feinstaub?

Feinstaub war 2007 die aktuelle Sau, die durchs Land getrieben wurde. Wir stellen uns vor, diese Diskussion könnte z. B. die Gas-Industrie in die Medien gekauft haben, als Propaganda gegen das Heizen mit Holz. Klar, Feinstaub ist ein ernst zu nehmendes Problem. Bei einem neu befundeten Lungenkrebs wird sich das Partikel nicht finden lassen, das den Impuls zur Bildung des Karzinoms gab. Kam es aus dem Verkehr zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, aus einem Industriebetrieb der Kreisstadt oder aus dem Kamin des Nachbarn? Und wenn ja, wann, womit, was und wie heizt der? Man sollte Feinstaub gegenüber den verschiedenen Entstehungsbereichen hierarchisch bewerten. Und man sollte ihn neben seiner Größe auch in seiner Gefährlichkeit klassifizieren. Es gibt inzwischen etliche seriöse Nachweise, dass Feinstaub aus Holzheizungen physiologisch weit weniger gefährlich ist, als aus anderen Quellen. Dabei soll es sich um den Faktor 5 - 10 handeln. MakroTherm hat im übrigen bereits 1989 den Staubgehalt seiner Produkte im Abrauch ermitteln lassen. Er war wie bei allen anderen Festbrennstoffen natürlich vorhanden, im Volumen aber unauffällig.

Andere Energieanbieter lenken die Diskussion?

Selbstverständlich! Um Einfluss zu nehmen sind sie sehr gut ausgestattet. Gas spricht mit einer Stimme. Man handelt machtvoll auf verschiedenen Pfaden. Sie steuern nicht nur, sie lenken auch ab. War jemals die Anzahl der Toten zu lesen, die dem Gasheizen zuzurechnen sind? Wir führen seit Jahrzehnten Dossiers, in denen sich Nachrichten wegen unsachgemäßer oder unglücklicher Nutzung aller Arten von Energien sammeln. Da sind schrecklich furchterregende Fotos drin, etwa vom Zustand ganzer Straßenzüge nach Heizgas-Explosionen. Bilder ölverschmierter Vögel, die ein trauriges Detail einer der Tankerkatastrophen an irgendeiner verseuchten Meeresküste zeigen. Legendäre Berichte aus Harrisburg oder Tschernobyl. Gebäudeschäden wegen des Einsturzes von Kohlegruben. Jede einzelne Notiz ist ein Zeugnis des Preises, den wir alle für die Nutzung von Energie zahlen. Das Schlimme ist: alles kann sich zu jeder Sekunde wiederholen. Ob deswegen weniger mit dem Auto gefahren wird oder Gästeklos nicht mehr geheizt werden, das wäre die eigentliche Diskussion. Um jetzt provokativ zu sein: wir kennen kein Gästeklo mit einem Holzofen drin.

Was soll der Gesetzgeber da machen?

Nebenbei bemerkt: es gibt auch die Gesetzgeberin! Richtig ist: Verbote allein sind nicht immer sinnvoll, das wissen wir alle aus der Kindererziehung. Am meisten wird gelernt durch Beispielgebung. Da geschieht ja auch einiges von oben. Wir jedenfalls schauen gerne auf, wenn uns ein schönes Beispiel einer umweltfreundlich geplanten Schule und eines umweltverträglich geheizten Kindergartens vor Augen kommt. Das muss in Zukunft nur noch so sein. Lediglich mit Verboten zu arbeiten, ist ein primitiver, niemanden überzeugender und daher ein kaum hilfreicher Weg.

Das 1988er Verbot biogener Briketts war also umsonst?

Das kann gar nicht bestritten werden. Es ging völlig daneben. Die Vernichtung einer jungen hoffnungsvollen Branche in Deutschland ist ein erschütterndes Ergebnis. Viele Millionen Euro an Wertschöpfung werden seither ausser Landes betrieben und tausende LKW-Fahrten finden zusätzlich statt. Seit 1988 stört das keine deutsche Regierung, völlig egal, von welchen Farben sie gestellt wird. Dass heute ein großer Anteil umweltschädlicher Ware auf dem Markt ist, ist ein weiteres Resultat grob fehlerhafter Regierungsarbeit.
Sollte jemals ein vergiftetes Holzbrikett auf dem Markt gewesen sein, das 1988 zu Problemen auch der reinen Ware Anlass gegeben hätte, so wäre ein Verbot aus Vorsichtsgründen vielleicht zu verstehen gewesen, obwohl derart absolute Vorsichtsgründe offensichtlich für andere Energien nie galten. Nun aber ist diese Ware in vielen Märkten und niemand regt sich auf. Im schlimmsten Fall kriegen Hersteller Geld für die Verwertung giftiger Rohstoffe zu illegalem Brennmaterial, während verantwortungsbewusste Hersteller für naturbelassenes Rohmaterial hohe Preise zu zahlen haben und die Reinheit ihrer Ware auch noch prüfen und zertifizieren lassen.
Acht Jahre war wegen angeblich schlechter Ware die gute verboten und seit 1996 ist wegen der guten schlechte Ware erlaubt. Verkehrte Welt ...

Es gibt doch Verbraucherschutz?

In Zeiten knappen Geldes sinkt dessen Wert. Wer soll die Arbeit machen, wer hat die Fachkunde, wer soll die Erwischten bis in fremde Länder verfolgen, wenn deren Ware längst hierzulande in Rauch aufging? Falls Pestizide als "Holzschutz"-mittel im Rohstoff sind, deren Eintrag wegen der Herstellung von Primärprodukten stattfand, merkt das kein Mensch. Aber diese Pestizide metabolisieren unter Feuer bis hin zu mehr oder weniger bekannten Ultragiften, die dann in den eigenen und in des Nachbarn Garten rieseln.

Dagegen müsste sich doch was unternehmen lassen?

Nein. Wie denn? Wir bei MakroTherm mussten bitter lernen, dass dagegen kein Kraut gewachsen ist.
Den Verbraucher, der billig heizen will oder muss, lassen solche Fragen kalt. Wir haben hier Ware aus dem Markt entnommen, aus der verbotener Sperrmüll in allen Schattierungen hemmungslos heraus lacht. Sie liegt bei uns im Asservaten-Regal. Solcher Mist wird ohne jegliche Sanktionen angeboten und gekauft. Wie überhaupt der normale Holzheizer einer der am leichtesten zu prellenden Verbraucher zu sein scheint. Er weiß einfach zu wenig und/oder es interessiert ihn nicht.

Der Holzheizer ist leicht zu täuschen?

Mehr als leicht. Wer weiß schon, dass Hartholz weniger Heizwert pro Kilo als Weichholz hat? Immerhin 8 - 10 % weniger! Wer kennt den Gewichtsrahmen eines Sters Holz? Warum wird Holz immer noch im Raummaß verkauft? Wir haben Brennholz im Raschelsack mit einer Inhaltsangabe von 21,5 dm3 im Baumarkt erstanden! Dezimeter hoch 3? Wieviele Verbraucher können damit was anfangen? Ist das Volumen ausschlaggebend beim Holzheizen? Das nachgewogene Gewicht schwankte übrigens um ein Viertel! 25 % Mindergewicht plus 8 % weniger Heizwert bei Hartholz und oft noch viel zu nass, da kommt was zusammen! Das sollte mal jemand bei Salz & Zucker wagen ...

Holzbriketts werden wenigstens nach Abfüll-Gewicht verkauft. Leider besteht da eine weitere Lücke, die kräftig genutzt wird. Jede Menge Anbieter verkaufen zudem Hartholz-Briketts als was Besseres, sie nutzen die Unkenntnis der Leute, um ihnen einen nicht vorhandenen Vorteil vorzugaukeln.
Fast meinen wir, der normale Holzheizer ist erst glücklich, wenn er richtig beschissen wird. Hinzu kommt die oft viel zu hohe Feuchte, ein ewiges Problem mit großen Schäden beim Heizen.

Ist das nicht in den Griff zu kriegen?

Glauben wir nicht. Der Einkäufer einer Baumarktkette kauft nach Angebotslage auf dem Papier. Ob er sieht, was nachher angeliefert wird? Die Preise auf diesem Absatzkanal werden diktiert, es gibt immer einen Lieferanten, der mitmacht. Wenn einer umfällt, steht der nächste da. Wie in den meisten anderen Branchen. Einkäufer werden nach unserer Erfahrung seit längerem überwiegend nicht nach ihrer Warenkenntnis bezahlt, sondern nach ihrer Preis-Aggressivität. MakroTherm jedenfalls stieg Mitte der 1990er Jahre aus dem grausamen Ketten-Geschäft aus, in dem wie beschrieben ca. 150.000 Jahrestonnen abgesetzt werden.

Qualifiziert die DIN 51731 das Marktgeschehen?

Wir betrachten nur die geschätzten 150.000 Jahrestonnen, deren Handel durch professionelle Hände geht. Für diese sind im Mai 2008 38 gültige DIN-Prüfzeichen ausgestellt. Wenn wir davon obligate Sonntags-Gutachten abziehen und über die Anbieter hinweg sehen, die mit einem Zertifikat Ware diverser Produktions-Stätten sammeln, so räumen wir der DIN 51731 immerhin Vorbild-Charakter ein.
Allerdings haben wir sehr zu tun, uns nicht über etliche Anbieter aufzuregen, die mit einem vor Jahren bereits erloschenen Zertifikat noch munter werben. Oder über die, die ein DIN-Prüfzeichen vortäuschen, darüber aber nicht verfügen. Die Formulierungen lauten "nach DIN", "gemäß DIN", "entspricht DIN" etc. und sind ganz klar unlauterer Wettbewerb.
Leider ist bisher die Verweildauer der Zertifikats-Inhaber im Normensystem eher kurz. Die 10-Jahres-Frist hielten weniger Anbieter durch, als man Finger an seiner rechten Hand hat. Nur ein einziger Anbieter schaffte es, seit Beginn der Zertifizierung im Jahr 1993 seine Norm-Konformität ununterbrochen zu belegen - das ist MakroTherm.

An wen verkauft MakroTherm?

Unsere ursprüngliche Zielgruppe waren Umwelt-bewegte Menschen. Darunter exotische Kunden wie Wohngemeinschaften in Abbruchhäusern, Kommunen in den tiefsten Tälern des Bayer. Waldes oder Bewohner von "Wagenplätzen"  auf den Industriebrachen der Großstädte. Die "Energiewende" oder das "Waldsterben" waren damals Schlagwörter der Umweltbewegung, zu denen wir als eine der frühen, sozusagen fossilen Öko-Firmen unseren Beitrag lieferten.

Heute sind es Umwelt- und Qualitäts-orientierte Verbraucher/innen, die in ihr Konsumverhalten ihren Instinkt für Glaubwürdigkeit eines Anbieters einbringen können. Wir bilden uns nämlich ein, dass man es einem Anbieter bei genauerem Hinsehen anmerken kann, ob er es wert ist, ihm als Käufer sein Vertrauen zu schenken. Das hat uns 25 Jahre getragen. Darauf setzen wir bei MakroTherm auch in Zukunft, obwohl wir deutlich erkennen, dass diese Konsum-Philosophie immer größere Durchsetzungs-Schwierigkeiten hat. Interessierte Kreise versuchen ja seit einiger Zeit, in die Öffentlichkeit ein manipuliertes Bild zu bringen (sogen. "green-washing"), das leider trotz seiner Unsauberkeit gut verfängt.

Und das Internet?

Ob das für MakroTherm Marktchancen erweitert? Nun, wenn man sich gelegentlich auf Seiten mancher Brikett-Firmen umsieht, müsste einem gutmeinendem Fachmann auf der Stelle übel werden. Sachen werden da gezeigt ... Lug & Trug. Für uns ist klar, dass jeder Käufer sich den zu ihm passenden Verkäufer wählt. An sich ist das Netz ein ganz tolles Informations-Medium. Wenn damit nicht die ermüdende Arbeit der Qualitäts-Prüfung an einem selber hängen bliebe. MakroTherm ist auch im Netz ganz vorne. Wir bemühen uns jedenfalls sehr um ehrliche Informationen, halten es aber im übrigen mit dem kürzlich verstorbenen Computer-Pionier Joseph Weizenbaum, der von sich selbst sagte, er wäre ein Dissident der Informatik. Er behauptete: "Das Internet ist ein stinkender Misthaufen mit einigen darin versteckten Perlen". Wir denken, MakroTherm gehört zu diesen Schmuckstücken.

Welchen Marktanteil hat MakroTherm?

Die Marke MakroTherm befindet sich aufgrund der unsäglichen Angriffe des deutschen Staates seit langem im Exil auf sicherem schweizer Boden, bei der Rother AG in Appenzell. Dort fühlen wir uns höchst freundlich aufgenommen. Dieses Unternehmen koordiniert die WinterlandschaftHerstellung und den Vertrieb von MakroTherm auch für Deutschland. Zahlen bleiben unveröffentlicht. MakroTherm ist sicher nicht die größte, aber bestimmt die Älteste und wir meinen auch die feinste internationale Marke.

Folgen nochmal 25 Jahre?

Na ja, mit mir jedenfalls schon aus physischen Gründen nicht über die volle Distanz. Im übrigen ist das MakroTherm-Geschäft ziemlich aufreibend. Wir sind total wetterabhängig, müssen also unsere Strukturen extrem flexibel halten. Der Preisdruck ist schon seit Beginn mörderisch. Wir sind Entwicklungen ausgesetzt, z. B. auf der Rohstoffseite, die wir nicht im Geringsten beeinflussen können. Rund um uns ändern sich sämtliche Bedingungen pausenlos. In den letzten 25 Jahren blieb kein Stein auf dem andern.

Wer als Leser/in bis hierher durchgehalten hat (herzlichen Dank!), wird uns glauben, dass wir bei MakroTherm aus den vielen beschriebenen Gründen nie eine Chance hatten, jemals auf einen grünen Zweig zu kommen und wir deshalb über keinerlei Reserven verfügen und auch nicht jünger werden. Den frühen Vogel erwischt die Katz. Ein böses Schicksal kann uns jederzeit ereilen. Aber es ist bis jetzt gegangen und wahrscheinlich geht es noch eine ganze Weile. An Optimismus mangelt es uns jedenfalls nicht ...

AppenzellLetzte Frage: hatten Sie auch mal Glück?

Glück? Hat man das nicht oft zu Lasten anderer Leute? Dann ja. Tschernobyl - 26. April 1986. Aus der radioaktiven Wolke regneten Myriaden von Isotopen auf unsere Rinden-Halde in Tattenhausen. Diese saugte sich genauso voll, wie das gesamte draussen gelagerte Brennholz aller betroffenen Holzheizer.

Unser "Glück" bestand darin, gerade rechtzeitig das Werk aus beschriebenen Gründen stillgelegt und verlassen zu haben. Wir mussten daher nicht entscheiden, ob wir aus Rechtschaffenheit pleite gehen oder verstrahlte Ware verkaufen wollten. Bis Ende 1986 haben wir uns aus alten Lagerbeständen beholfen. Die dann in der neuen Produktion verarbeitete Rinde kam von östlich von Tschernobyl stehenden Bäumen: von unbelasteten sibirischen Kiefern. Übrigens mit feinstem Harz-Duft, den wir jetzt leider nicht mehr erreichen, da Fichte längst nicht so aromatisch riecht.

Anmerkung:  Antworten in der Ich-Form stellen die persönliche Meinung des Inhabers Max Widmann dar.

Stand: Juni 2008

Copyright: Rother AG, Appenzell

(zip-download - 112 KB Interview als PDF-Datei)


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